Verfasst von Jens Voigt, am 20. April 2011
Nicht nur die Schüler der Klasse 10 und die angehenden Abiturienten erleben eine Stresssituation, wenn es an die Prüfungen geht. Doch mit einem gelassenen Herangehen an die Prüfungsanforderungen kann man seine eventuelle Prüfungsangst relativ gut bewältigen. Wer die richtige Einstellung hat und die richtigen Methoden nutzt, der ist in jedem Fall gut vorbereitet auf die Herausforderungen.

Mit cleveren Lernmethoden zur Prüfung
Tapeteneffekt
Zur direkten Prüfungsvorbereitung wäre es hilfreich, wenn die jeweilige Prüfungssituation schon beim Lernen simuliert würde: Vera F. Birkenbihl nennt dies den Tapeteneffekt .
- Man lernt schon in den entsprechenden Kleidungsstücken, die man bei der Prüfung tragen wird. (Anzug, schickes Kostüm)
- Hat man beim Lernen Kaffee getrunken, sollte man auch vor der Prüfung einen Kaffee trinken.
- Toll wäre es, schon in dem Raum, in dem man geprüft wird, zu lernen. Allerdings lässt sich das natürlich selten organisieren. Aber man kann man sich diesen Raum vorstellen. Hilfreich für das Visualisieren: das Hospitieren (Anmelden!) bei Prüfungen anderer Schüler/Studenten.
- Zu jedem Lernthema kann man einen Tropfen ätherisches Öl auf einen bestimmten Körperteil geben, zB. in die Grube zwischen Daumen und Zeigefinger Beim Lernen immer wieder daran riechen. Zur Prüfung sollte dann genau derselbe Duft ebenfalls an derselben Stelle aufgebracht sein. Damit ist ein weiterer Sinn
(ein sehr mächtiger) dazu geschaltet.
Nahrung für das Lernen im Allgemeinen und für die Prüfung
- Wichtig ist erst einmal eine gesunde Lebensweise- ausreichend Schlaf- darauf kommen wir noch einmal zurück- ausreichend Eiweiß, Vitamine. Schlauheit kann man essen!
- Regelmäßiges Trinken von (stillem) Wasser. Auch bei der Prüfung selbst!
- Sehr zu empfehlen ist das Prod
ukt „Nutrilite 1“ . Es beinhaltet Guarana-Extrakt (koffeinhaltig), keinen Zucker (!), L- Carnitin und ausgewählte mehrere B- Vitamine. Dieses Naturprodukt hält mindestens 4 Stunden hellwach und schärft sowohl Konzentration als auch Auffassungsgabe¹.
- Kaffee selbst kann auch anregend und konzentrationssteigernd wirken. Nicht bewährt haben sich Cola und gesüßte Obstsäfte (Zucker macht müde). Das gleiche gilt auch für Traubenzucker (wirkt nur kurzzeitig, ehe man in eine Müdigkeit abgleitet).
- Nüsse und Rosinen ( das klassische Studentenfutter) sind zu empfehlen. Schokolade schüttet Endorphine aus (Glückshormone).
- Er ist zwar keine Nahrung, aber hilfreich:der gute alte Kaugummi- Kaugummi- Kauen unterstützt die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff.
Zu welchem Zeitpunkt lernt man am besten?
Jeder hat seinen eigenen Biorhythmus. Ein Nachtmensch kann besonders in den Abendstunden intensiv arbeiten. Schlechthin gelten die Zeitspannen
von 9.00-12.00 Uhr und 16-19.00 Uhr als sehr effektive Lernzeit. Welcher Zeittyp man aber ist, muss jeder selbst herausfinden.
Wichtig ist aber Folgendes:
Es wäre clever, das Gelernte am Abend kurz vor dem Schlafengehen noch einmal kurz ansehen, sich danach nicht mehr ablenken lassen und dann schlafen zu gehen. Nun hat das Unterbewusstsein Zeit, das Gelernte zu verarbeiten und es im Langzeitspeicher abzulegen. Die neuen Nervenbahnen werden mit einer Myelinschicht ummantelt.

Gespeichert wird das Gelernte im Schlaf
Die Nacht durchzulernen und anschließend in die Prüfung zu gehen, bringt nichts.
Mit Lernmethoden sich langfristig und dauerhaft vorbereiten
Schon in der Lernphase über das Jahr sollte man mit System arbeiten, das
regelmäßig an die entsprechende Wiederholung erinnert. Eine gehirngerechte Wiederholung bedeutet:
Man sollte den Stoff nach dem Einprägen
- nach 20 Minuten wiederholen,
- am Abend desselben Tages,
- nach drei Tagen,
- nach 1 Woche,
- nach 1 Monat,
- nach ¼ Jahr,
- nach ½ Jahr und
- nach 1 Jahr.
- Um dabei nicht die Übersicht zu verlieren, entwickelte ich einen Erinnerungs- Check- Stempel² , der unter wichtige Aufzeichnungen gesetzt und dann genutzt wird. Der Aufwand dazu ist sehr klein, aber höchst effizient. Mit dem Erinnerungs- Check wird selbst unglaublich umfangreicher Lernstoff geordnet und wie in ein gut sortiertes virtuelles Regal mit entsprechenden Ordnern eingepflegt. In Prüfungssituationen muss man nur noch den richtigen Ordner mit der richtigen Seite herausziehen und hat alles Wissen griffbereit.
- ich empfehle, in Mind-Map-Form zu schreiben, diese Mind-Maps haben den Vorteil, sehr schnell wiederholt werden zu können (nur wenige Minuten/Thema).
- Weitere gehirngerechte Aufzeichnungsformen können KAWAs und KAGAs ala Vera F. Birkenbihl sein. Auch diese sind gehirngerecht und schnell zu wiederholen.
- Ist das Wissengebiet sehr umfangreich, empfehle ich ein
Inhaltsverzeichnis /Register anlegen, das man mit den Mind-Maps, KAWAs oder KAGAs kombiniert. Es bieten sich dazu die AES- Listen an , die leicht zu lernen sind und bei der Prüfung dann schnell zur Hand (im Kopf) sind³.
- Lernt man für mehrere Prüfungen, ist es hilfreich, nach einer gewissen Zeit das Thema zu wechseln.
- Pausen nicht vergessen! Kleine Pausen von 5 Minuten reichen meist schon aus, um bald wieder aufnahmefähig zu sein. Eine aktive Pause ist zu empfehlen. Leichte Gymnastik, ein Spaziergang oder warum nicht auch 5 Minuten investieren, um Speedolino oder Speedolino online zu spielen?
- Wer das Lernen durch regelmäßiges Jogging oder eine andere Ausdauersportart unterstützt, transportiert sehr viel Sauerstoff ins Gehirn. Dann wird Lernen leicht.

Durch Laufen kommt Sauerstoff ins Gehirn
Übrigens:
Wer immer erst kurz vor der Prüfung lernt, erzielt vielleicht in der Prüfung kurzfristig ansprechende Ergebnisse.
Er läuft aber Gefahr, alles Gelernte auch ganz schnell wieder zu vergessen.
Ein Arzt, der sich auf sein Examen vorbereitet, sollte sein Wissen auch noch in 10 Jahren zur Verfügung haben, wenn er mich behandelt und ein Pilot, der den Pilotenschein bestanden hat, sollte auch noch in 20 Jahren das Wissen parat haben, um bei einer eventuellen Havarie besonnen handeln zu können, oder?


¹Anmerkung des Autors: Ich habe es an mir mit dem Speedolino- Spiel getestet: Meine Ergebnisse waren deutlich verbessert ( Steigerung der Leistung um 15-25%).
²Meine Tochter hat mit dieser Methode ihr Physiotherapiestudium bewältigt ( Note 1) und nutzt nun den Stempel auch sehr erfolgreich für ihr Osteopatiestudium.
³Medizinstudenten beispielsweise nutzen für die Anatomie jeder menschlichen Region eine AES- Liste, die dann mit entsprechend vielen Mind-Maps kombiniert werden. Beispiel: AES- Liste O zum Thema Ohr, dann gibt es den Aufbau vom Innenohr, Krankheiten vom Innenohr….. dazu fertigt der Student dann jeweils eine Mind- Map an und hängt diese dann an einen Punkt der AES- Liste.